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VBG Presents: Savage Fasho

by Eray Tekin published on 08.01.2020

In NRWs Nachtleben schone eine große Nummer und nun der Schritt Richtung Amerika. Savage Fasho ist ein junger DJ, den man aus Partyreihen wie Goosebumps oder Party Next Floor kennt. Letztes Jahr veröffentlichte Savage seine EP “Beat the Odds” und durfte viele nennenswerte Artists zu seinen Featuregästen zählen. Wir hatten die Möglichkeit, den jungen DJ und Producer zu interviewen und einen Einblick hinter die Kulissen bekommen. Nebenbei verrät uns Savage auch ein paar Tipps, die für den ein oder anderen Newcomer auch hilfreich sein könnten.

Woher kommst du? Wie alt bist du? Wie bist du zur Musik gekommen?

Ich komme aus Neheim im Kreis Arnsberg, das ist eine Kleinstadt im Sauerland in der Nähe von Dortmund. Ich bin 24 Jahre alt und Musik war schon immer meine Leidenschaft, sei es als DJ in der Kabine meiner Fußballmannschaft oder auch auf Geburtstagsparties. Selbstverständlich bin ich auch wie viele andere mit 18,19 oft feiern gewesen und habe mich dadurch schnell mit den DJs und der Szene angefreundet.

Wie lange produzierst du schon? Hast du Tipps für Leute, die das Thema interessiert?

Mit dem Auflegen habe ich vor 4 Jahren begonnen aber produzieren tue ich erst seit ca. 2 Jahren. Den Leuten die das Thema interessiert und die einen ähnlichen Weg einschlagen wollen empfehle ich ganz viele Tutorials, besonders auf YouTube, zu schauen denn genau so habe ich es auch gelernt. Ich habe zu Beginn täglich bestimmt 20 Tutorials geschaut und auch oft auf einem Laptop Tutorials angehabt und parallel dazu auf einem zweiten direkt ausprobiert.

Wir haben gesehen, dass bereits bekannte Rapper aus den USA auf deiner ersten EP vertreten sind. Wie bist du an diese Features gekommen?

Mir war es von Anfang an sehr wichtig, dass die Rapper die ich anschreibe und mit denen ich arbeiten will, Rapper sind, die ich selber Feier und auch privat höre. Also habe ich die meisten einfach auf Instagram angeschrieben. Natürlich spielt da der finanzielle Aspekt eine große Rolle, denn wenn man die kompletten Rechte auf den Track haben will muss man selbstverständlich auch bezahlen. Aber so gehen 100% der Streaming Einnahmen direkt an mich.
Wenn man es aber dann geschafft hat paar Rapper zu überzeugen, dann kann man diese als Referenz nutzen und andere Rapper verstehen dann dadurch, dass ich was drauf habe und nicht einfach irgendjemand bin der Musik macht.

Warum hast du diesen Weg eingeschlagen und hast nicht zunächst ein Tape mit deutschen Rappern gemacht?

Ich habe bereits unter meinem alten Namen „The Savage“ versucht mich im Deutsch Rap zu etablieren. Ich habe sogar einen Track mit Manuellsen auf hiphop.de veröffentlicht der „Fliegen“ heißt und auch ein ganzes Deutsch Rap Album mit Dries produziert. Aber ich konnte mich nie wirklich mit Deutsch Rap identifizieren, obwohl es paar deutsche Künstler gibt, die ich feier. US Rap fühle ich aber viel mehr und kann mich damit einfach mehr identifizieren, sodass es für mich am meisten Sinn macht die Musik zu produzieren, die ich selber feier. Es ist tatsächlich sogar leichter einen US Rapper als Feature zu bekommen, als einen deutschen Rapper.
Ich war sogar kurz davor ein Feature von Rich the Kid zu bekommen und ich bin da leichter daran gekommen als an irgendeinen deutschen Rapper, der noch gar nicht groß ist.
Im Gegensatz zu deutschen Rappern machen US Rapper wirklich in jeder freien Minute Musik und sind ständig am aufnehmen. Dadurch sind die auch viel motivierter für Features. Ich hatte das Gefühl, dass Deutschrapper diesbezüglich verkrampfter sind als US Rapper, die diesbezüglich viel spontaner und offener sind.

Trap in Deutschland – deine Meinung? Wie stark sind die Einflüsse aus den USA hier zu spüren?

Es gibt in Deutschland sehr gute Trap Künstler so wie Reezy, Ufo, Rin, Summer Cem oder auch mittlerweile Fler, die ich gerne und auch oft höre. Allerdings ist es auch so, dass die Musik der Mainstream-Artists wie Apache oder Capital beispielsweise kaum bis gar nicht von amerikanischem Trap geprägt ist. Man sieht also, dass der deutsche Mainstream nicht wirklich amerikanischen Hip-Hop mag und hört. In den meisten Clubs hört man daher auch viel mehr Künstler wie Apache und Capital, als Künstler wie Rin und Ufo. Ich persönlich finde es sehr schade, dass amerikanischer Hip-Hop noch nicht so ganz in Deutschland angekommen ist.

Du bist ja auch als DJ oft und erfolgreich in Deutschland unterwegs. Kann man DJing und das klassische Produzieren vergleichen oder würdest du sagen, dass für das Produzieren von Songs deutlich mehr Kreativität gefragt ist?

Also erstmal muss man zwischen Auflegen und Produzieren differenzieren. Beim Auflegen ist es immer der selbe Vorgang. Es geht darum, einen fließenden Übergang von Song A zu Song B zu schaffen und das geht dann immer so weiter.
Beim Produzieren kann man einfach seiner Kreativität absolut freien Lauf lassen, man kann immer etwas hinzufügen oder auch wegnehmen. Jeder Track den man produziert unterscheidet sich vom letzten und vom nächsten. Es gibt keine Regeln und man hat sehr viel mehr Spielraum. Produzieren ist auch viel komplizierter als Auflegen, weil man praktisch ein weißes Papier vor sich hat und was ganz neues kreieren muss – anders als beim Auflegen.

Aus den USA hört man immer wieder von erfolgreichen Produzenten. In Deutschland gibt es zwar Miksu, Juhdee und Co. – richtig viel weiß man über diese Personen allerdings nicht. Ist es schwieriger als deutscher Produzent in der Trap / Hip-Hop Industrie Fuß zu fassen?

Tatsächlich gibt es in den USA viele Produzenten, die im Spotlight stehen und international bekannt sind. aber dass es nicht so viele bekannte deutsche Produzenten gibt liegt nicht daran, dass es in den USA einfacher ist sonder eher daran, dass die Menschen in den USA was Trap angeht viel weiter sind und es viel mehr gehört wird und dadurch gibt es eine größere Plattform für Produzenten in den USA als hier in Deutschland. Amerikanische Produzenten bringen auch viel öfter eigene Tracks raus ohne Features und etablieren sich dadurch selber als Künstler, anders als in Deutschland. In den USA ist es auch nicht ungewöhnlich, dass Produzenten für Festivals gebucht werden, eigene Musikvideos drehen, eigene Addlips dazu geben oder auch einen Track selber hosten. Produzenten in den USA sind einfach sehr viel präsenter als in Deutschland, wodurch viel mehr Leute sie kennen. Mir persönlich ist es auch sehr wichtig wenn ich auflege präsent zu sein, indem ich mir das Mikrofon nehme und aktiv die Show gestalte, um präsenter zu wirken. Ich drehe auch meine eigenen Musikvideos, gebe meine Addlips dazu und mache meine eigenen Tracks mit Features. Es ist einfach eine Frage des Typen, entweder man ist jemand der gerne präsent ist und der viel selber im Vordergrund macht oder man ist es nicht. Auch in Deutschland gab es schon Produzenten, die ähnlich agierten wie heute Produzenten in den USA, beispielsweise DJ Tomekk. Es ist also nichts neues und auch nicht unmöglich als Produzent in Deutschland erfolgreich und bekannt zu sein.

Gibt es Personen, an denen du dich orientierst? Wer ist dein favourite Producer/ Idol?

Definitiv vom allgemeinen Auftreten, dem Werdegang und auch von der Musik her bin ich großer Fan von DJ Mustard. Besonders seine Präsenz, sei es auf eigenen Songs oder auf Instagram, machen ihn zu einem Vorbild für mich. Auch ein ganz großes Vorbild für mich ist Metro Boomin, dessen eigene Produktion und Songs auf dem höchsten Level sind, allerdings finde ich es schade, dass er nicht so präsent ist in seinen Songs und Videos.
Aber mein mit Abstand größtes Vorbild ist Southside von der 808 Mafia. Er hat quasi einen ganz eigenen Sound in der Branche etabliert und parallel dazu ein Imperium aufgebaut. Er hat für viele andere Produzenten den Grundstein gelegt, ihnen geholfen und viele, darunter auch mich, motiviert.

Was sind deine Ziele für 2020? Wohin soll es gehen?

Meine Ziele für 2020 sind, dass ich so viel veröffentlichen will wie es nur geht und mit so vielen verschiedenen Rappern und Produzenten arbeite wie möglich, auch aus anderen Ländern. Als nächstes möchte ich auch auf jeden Fall in den USA Fuß fassen und dort auch regelmäßig auflegen. Allgemein ist es mein Ziel, meinen Namen international zu verbreiten und einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen, sodass ich auch international auflegen kann.

Instagram: @Savage_Fasho