Community

Reseller – die Zerstörung der Fashionszene?

by Verband Botanischer Gärten published on 03.07.2018

Der nachfolgende Text spiegelt nicht die Meinung von VBG dar, sondern ist die Meinung eines freien Autors.

Die sogenannten reseller (engl. Wiederverkäufer) bilden einen wichtigen und zweispaltenden Teil der heutigen Modekultur. Zum einen werden sie gebraucht, aber der größte Teil der Reseller wird kaum gemocht, nahezu gehasst. Zerstören sie nun wirklich die Streetwearszene?

Zuerst soll erklärt sein, worin die Rolle eines Resellers überhaupt besteht. In dem Modebereich kaufen sie beim release bestimmte Klamotten, Sneaker, Accessoires und vieles mehr, um die Artikel dann für eine höheren Preis als den Retailpreis zu verkaufen. Hierbei liegt der Fokus auf den beliebten und seltenen Sachen und um mit ihnen Profit zu machen. Gerade für Jugendliche und jungen Erwachsene ist dieses Hobby sehr lukrativ, da es mit wenig Aufwand, etwas Glück und etwas Wissen eine große Geldquelle bietet. Worauf es ankommt ist ganz einfach zu erklären:

Je größer der Hype, desto höher der Preis

Hype wird häufig durch Stars, wie Schauspieler, Models, Sänger usw. erzeugt. Die Promis wie Kanye West, Justin Bieber oder A$ap Rocky sind nicht nur in ganz Amerika und vielen Teilen der Welt jedem bekannt und sind für viele eine Inspiration, sie kreieren außerdem allein durch das Tragen verschiedener pieces einen hype. Dieser Bekanntheitsgrad sorgt für einen höheren Wert, auch im resell. Stand Juni 2018 sind die bekanntesten und gehypetesten Marken Nike, Supreme, Palace, Adidas und Off-White. Aber auch deutlich hochpreisigere Marken wie Louis Vuitton, Gucci, Balenciaga und Goyard haben sich seit dem vergangenen Jahr einen hohen Stellenwert ergattert. Bei den zuletzt genannten Marken handelt es sich allerdings weniger um typische resellbrands.

Betrachtet man die amerikanische Marke Supreme und die Sekunden, in denen die Artikel ausverkauft sind, wird die Stellung der Marke bewusst. Fast bei jedem drop neuer Produkte der Marke hat man nur wenige Sekunde Zeit um etwas zu kaufen. Dieser Fakt und die limitierte Verfügbarkeit der der Artikel liegen der Entstehung von bots zugrunde. Sie werden genutzt, um (bei beispielsweise Supreme oder Palace, aber auch bei vielen weiteren Marken) in wenigen Sekunden die Artikel bestellen zu lassen, es läuft quasi automatisch und ist gerade bei Resellern ein häufig genutztes Mittel. 

Durch das Kauf- und Verkaufverhalten der Reseller kommt es zu zwei weit verbreiteten Meinungen. Sie werden gebraucht und verteufelt. Gerade bei Artikeln aus älteren Kollektionen, die es nicht mehr zu kaufen gibt, werden die Reseller gebraucht. Auch bei den grails, also Artikeln, die man unter jeder Bedingung besitzen möchte, kommen Reseller unter Umständen zum Einsatz. Man ist in solchen Situationen wie abhängig. Aber alles was gute Seiten hat, hat auch schlechte. Vielen Resellern wird Geldgier und Egoismus vorgeworfen. „Ihnen geht es nur um den Profit, nicht um das Tragen oder Benutzen.“ oder „Sie kaufen den Leuten die Sachen weg, die sie wirklich tragen und haben möchten weg.“ sind häufige Aussage im Bezug auf dieses Thema.

Ob und wie man urteilt, ist jedem selbst überlassen. Um die Frage des Titels zu beantworten: Auch wenn viele wegen dieses Hobbys gebracht und nicht gemocht werden, sorgen sie nicht für eine Verfall oder gar einer Zerstörung der Fashionszene. Sie waren, sind und werden immer ein wichtiger Teil der Kultur sein.

 

Bildquelle: shutterstock.com